Kulturminister verleiht Landesmusikpreis 2026
09. Juni 2026: Staatsminister und Minister für Kultur Rainer Robra hat in der Staatskanzlei den Landesmusikpreis 2026 verliehen. Der mit 10.000 Euro dotierte Hauptpreis ging an das Ensemble Merseburger Hofmusik. Erstmals wurde in diesem Jahr zudem der mit 5.000 Euro dotierte Musikförderpreis vergeben. Die Auszeichnung erhielt Folkert Uhde, Intendant der Köthener Bachfesttage und Geschäftsführender Intendant der Köthener Bachgesellschaft.
Staatsminister und Minister für Kultur Rainer Robra würdigte die Preisträger als herausragende Botschafter des Musiklandes Sachsen-Anhalt: „Musik schafft Räume der Begegnung, der Inspiration und der Zuversicht. Gerade in einer Zeit vielfältiger gesellschaftlicher Herausforderungen ist sie ein unverzichtbarer Teil unseres kulturellen Zusammenlebens. Die diesjährigen Preisträger stehen für eine kulturelle Exzellenz, die aus der Region heraus nationale und internationale Strahlkraft entfaltet. Sie inspirieren den musikalischen Nachwuchs und tragen dazu bei, Sachsen-Anhalt als bedeutenden Kultur- und Musikstandort auch außerhalb der Zentren des Landes sichtbar zu machen.“
Der Hauptpreis wird für das Lebenswerk vergeben und würdigt die Verdienste der Merseburger Hofmusik um die Pflege und Wiederentdeckung des mitteldeutschen Musikschaffens des 17. und 18. Jahrhunderts. Das Ensemble wurde 1998 von Michael Schönheit, Domorganist zu Merseburg und Gewandhausorganist zu Leipzig, gegründet und steht seitdem unter seiner künstlerischen Leitung.
Robra erklärte hierzu: „Die Merseburger Hofmusik hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem herausragenden kulturellen Botschafter unseres Landes entwickelt. Mit großem Engagement und höchster künstlerischer Qualität macht das Ensemble die reiche Musiktradition Mitteldeutschlands erlebbar und bringt zugleich wenig bekannte musikalische Schätze unserer Region wieder ans Licht. Damit leistet es einen unschätzbaren Beitrag zur kulturellen Identität Sachsen-Anhalts.“
Die Merseburger Hofmusik gastierte unter anderem beim Schleswig-Holstein Musik Festival, beim MDR-Musiksommer sowie beim Oslo International Church Music Festival und repräsentierte Deutschland 2019 bei Konzerten in Havanna.
Mit dem erstmals vergebenen Musikförderpreis wurde Folkert Uhde für seine innovativen Impulse und sein nachhaltiges Engagement für die Musikentwicklung in Sachsen-Anhalt ausgezeichnet. Als Intendant der Köthener Bachfesttage und Geschäftsführender Intendant der Köthener Bachgesellschaft prägt er seit vielen Jahren einen der bedeutendsten Musikorte des Landes.
Dazu sagte Robra: „Folkert Uhde verbindet die Pflege des musikalischen Erbes mit neuen und zukunftsweisenden Formen der Musikvermittlung. Mit seinen Ideen, insbesondere dem international etablierten Konzept des Konzertdesigns, erreicht er neue Publikumskreise und setzt wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des Musiklebens. Sein Wirken zeigt eindrucksvoll, wie Tradition und Innovation einander bereichern können.“
Hintergrund
Seit 2015 vergibt das Land Sachsen-Anhalt den Musikpreis des Landes Sachsen-Anhalt, ab 2016 im zweijährlichen Rhythmus. Der mit 10.000 Euro dotierte Hauptreis richtet sich an Künstlerinnen und Künstler aus den Bereichen Musikschaffen und Interpretation, die ein anerkanntes Lebenswerk nachweisen können oder durch ihre bisherige Arbeit eine Weiterentwicklung zu hohen künstlerischen Leistungen erwarten lassen und so einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Musik in Sachsen-Anhalt leisten.
Erster Preisträger war Prof. Dr. Friedrich Krell aus Wernigerode. 2016 wurde der Musikpreis der Anhaltischen Philharmonie Dessau, 2018 an Zsolt-Tihamer Visontay, 2020 an Frau Prof. Ragna Schirmer aus Halle (Saale) und 2022 an den Komponisten Jakob Ullmann verleihen. Der Landesmusikpreis 2024 ging an Universitätsmusikdirektor Jens Lorenz. Neben dem Hauptpreis für das Lebenswerk wird in diesem Jahr erstmals der Musikförderpreis verliehen.

