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Öffentliche Bibliotheken

Orte der Begegnung und Bildung im Wandel

Die öffentlichen Bibliotheken des Landes standen in der vergangenen Legislatur im besonderen Fokus. Die Pandemie hatte vielerorts zu einem deutlichen Rückgang der Besucherzahlen geführt. Umso wichtiger war es, Bibliotheken wieder als attraktive Aufenthaltsorte und niedrigschwellige Kultur- und Bildungsräume zu etablieren. Ziel war es, jüngere Nutzergruppen zu gewinnen, das Veranstaltungsangebot auszubauen und die Einrichtungen auch technisch auf zukünftige Krisen vorzubereiten.

Mit zusätzlichen Landesmitteln konnten strukturelle Defizite ausgeglichen und Modernisierungsprozesse angestoßen werden. Das Land nutzte hierfür sowohl das EU-Programm REACT-EU als auch Mittel aus dem Corona-Sondervermögen. Zwischen 2022 und 2024 profitierten 37 öffentliche Bibliotheken von Digitalisierungsförderungen, 16 weitere erhielten Unterstützung aus REACT-EU. Die Gesamtfördersumme von über 1,3 Millionen Euro ermöglichte moderne Arbeitsplätze, digitale Ausleihsysteme und neue Veranstaltungsformate. In Klötze entstand so die erste „Open Library“ Sachsen-Anhalts – eine Bibliothek mit erweitertem, personalunabhängigem Zugang.

Parallel initiierte die Staatskanzlei und Ministerium für Kultur gemeinsam mit der Landesfachstelle eine landesweite Öffentlichkeitskampagne, um das Förderprogramm bekannter zu machen. Mit einer Förderquote von 90 Prozent im Jahr 2024 wurde das Programm auch für finanziell schwächere Kommunen interessant.

Um die Bedürfnisse der Bevölkerung besser zu verstehen, finanzierte das Land die Teilnahme Sachsen-Anhalts an der europäischen Publikumsstudie Sento-Bib. 43 Bibliotheken beteiligten sich daran kostenfrei. Die Ergebnisse zeigten ein hohes Maß an Zufriedenheit und belegen die gesellschaftliche Relevanz dieser Kulturorte: Selbst 81 Prozent der Nicht-Besucher betonten den hohen Wert von Bibliotheken.

Auch der Landtag befasste sich in seiner 58. Sitzung mit der Zukunft der Bibliotheken. Eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe erarbeitete daraufhin Rahmenbedingungen für einen Bibliotheksentwicklungsplan, der den gewandelten Aufgaben von Bibliotheken entspricht. Ende 2025 legte sie dem Landtag das Ergebnis vor.

An diese Ergebnisse gilt es nun anzuschließen – um Bibliotheken als lebendige, verlässliche Orte des Wissens, des Dialogs und der Teilhabe weiter zu stärken.

Mehr erfahren über: "Re-present – Zeitgenössische Kunst aus der Sammlung des Landes".