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Bundesförderung im Kulturbereich

Die Kunst- und Kulturförderung ist nach dem Grundgesetz in Deutschland in erster Linie Sache der Bundesländer und Kommunen. Zugleich trägt der Bund mit eigenen Förderprogrammen zum Erhalt des kulturellen Erbes und der Kulturlandschaft bei.

Denkmalschutz und Denkmalpflege

Denkmalschutz und Denkmalpflege sind zwar in erster Linie Aufgaben der Länder, die Erhaltung wichtiger nationaler Kulturdenkmäler ist aber von je her auch ein Schwerpunkt der Kulturpolitik des Bundes. Dafür setzt er bereits seit Jahrzehnten beträchtliche Mittel ein.

Bund und Länder wirken bei der Umsetzung der Bundesprogramme zum Denkmalschutz eng zusammen.

Das Programm "Substanzerhaltung und Restaurierung von unbeweglichen Kulturdenkmalen von nationaler Bedeutung" wurde im Jahr 1950 ins Leben gerufen, um die Erhaltung von Baudenkmälern, archäologischen Stätten und historischen Parks und Gärten zu unterstützen, die in herausragender Weise nationale Ereignisse oder die Entwicklung der deutschen Kulturlandschaften deutlich machen.

Darüber hinaus legt der Bund in unterschiedlichen Abständen Denkmalschutzsonderprogramme auf.

Im Rahmen dieser Programme sollen gemäß der Intentionen des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages Baudenkmäler gefördert werden, deren Fortbestand akut gefährdet ist und die aufgrund ihrer überregionalen Bedeutung das nationale baukulturelle Erbe entscheidend mit prägen. Damit wurden  dringend benötigte Förderprogramme für die Baudenkmale geschaffen, die die Kriterien für das bereits seit Jahren laufende Denkmalpflegeprogramm „Substanzerhaltung und Restaurierung von unbeweglichen Kulturdenkmalen von nationaler Bedeutung“ nicht erfüllen.

Die bereitgestellten Bundesmittel werden in gleicher Höhe durch die Länder, Kommunen, Eigentümer und bürgerschaftliches Engagement ergänzt und kommen vor allem kleinen und mittelständischen Bau- und Handwerksbetrieben in der Denkmalpflege zu gute.

Dazu werden jeweils Förderaufrufe veröffentlicht. Die Antragsannahme erfolgt über die Länder. Aktuelle Förderaufrufe werden jeweils mit Pressemitteilung bekannt gegeben und veröffentlicht. 

antragsannehmende Stelle in Sachsen-Anhalt nach Förderaufruf:

Staatskanzlei und Ministerium für Kultur Sachsen-Anhalt
Ref. 61
Postfach 4165
39016 Magdeburg

Referat61-Antrag(at)stk.sachsen-anhalt.de

Kulturfonds Energie des Bundes

Mit dem Kulturfonds Energie stellt der Bund Mittel in Höhe von bis zu 1 Milliarde Euro zur Verfügung, um den Folgen steigender Energiepreise für Kultureinrichtungen und Kulturveranstaltungen zu begegnen. In Ergänzung bereits bestehender Entlastungsmaßnahmen richtet sich der Fonds an öffentliche und private Träger und Veranstalter wie Kinos, Theater, Konzerte, Museen, Bibliotheken oder Archive.

Das von Bund und Ländern entwickelte und durch den Bund finanzierte Hilfsprogramm baut auf den Strukturen des Sonderfonds des Bundes für Kulturveranstaltungen auf und fördert Mehrkosten für netzbezogenen Strom sowie leitungsgebundene Energieträger. Der Förderzeitraum erstreckt sich rückwirkend vom 1. Januar 2023 bis zum 30. April 2024.

Anträge können über die Bundesplattform gestellt werden, die Bearbeitung der Förderanträge erfolgt in Sachsen-Anhalt durch die Investitionsbank.

Weitere Informationen und Antragstellung: www.kulturfonds-energie.de sowie unter Kulturfonds Energie (ib-sachsen-anhalt.de).

Bundesprogramm „Aller. Land - zusammen gestalten. Strukturen stärken“

Die Staatskanzlei und Ministerium für Kultur und das Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt rufen gemeinsam auf zur Bewerbung im Rahmen des Bundesprogrammes „Aller.Land – zusammen gestalten. Strukturen stärken“. Mit insgesamt 70 Millionen Euro unterstützt das Programm bundesweit Initiativen zu Kultur, Beteiligung und Demokratie in ländlichen Regionen.

Im Rahmen des Programms wird der Bund in den Jahren 2024/25 bis zu sechs Regionen im ländlichen Raum Sachsen-Anhalts mit maximal 40.000 Euro unterstützen. Die Träger sollen in der ersten Phase des Programms ein ausführliches Konzept für beteiligungsorientierte Kulturvorhaben erarbeiten, die auf Langfristigkeit ausgelegt sind und sich konkreten Herausforderungen vor Ort stellen. Ab Mitte 2025 beginnt die zweite Projektförderphase, welche voraussichtlich bis zum Jahr 2030 laufen wird. An dieser können im Sinne der Programmkonzeption bundesweit dreißig Regionen teilnehmen. Gefördert wird in diesem Zeitraum mit Mitteln von insgesamt bis zu 1,5 Mio. Euro je Trägerregion. Die Mittel werden voraussichtlich jährlich an die Projektträger ausgereicht (bis zu 250.000 Euro pro Jahr).

Informationen zum Bundesprogramm, das gemeinsam von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM) und dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ins Leben gerufen worden ist und durch die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) sowie durch das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) unterstützt wird, finden sich unter: https://allerland-programm.de/.

 

Details zum Bewerbungsverfahren

Bis zum 30. September 2023 können interessierte Träger ihre Interessensbekundung auf Grundlage der Vorabinformationen des Projektträgers für das Allerland-Programm erstellen und per Email an Aller.Land(at)stk.sachsen-anhalt.de übermitteln.                                                  

Als Antragssteller kommen gemeinnützige freie Träger mit Sitz in einem ländlichen Kreis, in einer Kommune in einem ländlichen Kreis oder ländliche Landkreise infrage. Eine Region kann einen Landkreis umfassen, aber auch Teile eines oder mehrerer Landkreise. Eine gemeinsame Herausforderung, eine gemeinsame Identität oder ein übergreifendes Vorhaben überwinden administrative Grenzen.

Gefordert für die erste Phase ist ein Ideenpapier mit einer Abgrenzung der „Region“ und einer nachvollziehbaren Beschreibung der Herausforderungen für eine gedeihliche Entwicklung derselben. Es soll eine erste Grundidee formuliert werden, wie diesen Herausforderungen mit beteiligungsorientierten Kulturvorhaben begegnet werden kann, welche Partner in der Region dafür wichtig sind und wie diese zu einem aktiven Netzwerk zusammengebracht werden können. Der Träger soll darstellen, wie er das Vorhaben und das entsprechende Netzwerk ab 2024 aufbauen und ab 2025 perspektivisch weiterentwickeln möchte.

Erwartet werden zudem:

  • ein ausgeglichener Finanzierungsplan für die Konzeptphase 2024/25,
  • Kooperationsideen mit wesentlichen Akteuren aus Kultur und anderen Bereichen,
  • möglichst die Einbindung von Initiativen vor Ort,
  • der Nachweis der Kontaktaufnahme mit dem Landkreis durch ein Unterstützungsschreiben oder die Erklärung der Bereitschaft zur Mitwirkung an der Konzeptphase durch den Landkreis.

Eingegangene Interessenbekundungen werden in das landesinterne Verfahren zur Benennung der sechs Regionen für die Konzeptphase gegenüber dem Bund einbezogen: Nach Antragsschluss entscheidet im Oktober 2023 eine ausgewählte Fachjury über die eingereichten Interessensbekundungen. Im Nachgang an die Beratung wird sie der Staatskanzlei und Ministerium für Kultur sowie dem Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten eine Empfehlungsliste vorlegen. In einem letzten Schritt erfolgt die finale Ernennung ausgewählter Träger-Regionen und ihrer Konzepte gemeinsam durch die Staatskanzlei und Ministerium für Kultur sowie das Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten gegenüber dem Bund.

Die Fachjury orientiert sich im Rahmen ihrer Bewertung unter anderem an folgenden Aspekten: Wer arbeitet zusammen? Welche kulturellen Ideen tragen tatsächlich zur Lösung der regionalen Herausforderungen bei? Wird eine möglichst breite Öffentlichkeit mit einbezogen? Wie werden im Vorhaben kulturelle Angebote mit sozialen und anderen Bildungsangeboten und Einrichtungen in der Region verknüpft? Wie nachhaltig ist das Konzept im Hinblick auf dessen Tragfähigkeit für die nächsten Jahre? Geht von dem Projekt ein Impuls für andere Vorhaben aus? Handelt es sich um ein Modellprojekt, das auch woanders umgesetzt werden könnte? Werden Methoden der künstlerischen und kulturellen Praxis bei der Umsetzung mit aufgegriffen?

Fragen zum Bundesprogramm beantwortet das zuständige Programmbüro von Aller.Land unter: E-Mail: kontakt(at)allerland-programm.de, Telefon: +49 (0) 30 629 384 520

Fragen zum landesinternen Verfahren der Auswahl der gegenüber dem Bund zu benennenden Regionen richten Sie bitte an: aller.land(at)stk.sachsen-anhalt.de