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Jüdisches Erbe

Stärkung der Vermittlungsarbeit

Sachsen-Anhalt verfügt über ein einzigartiges Netz jüdischer Erinnerungsorte, die Geschichte, Religion und Gegenwart jüdischen Lebens erfahrbar machen. Die Landesregierung hat sich in der Koalitionsvereinbarung verpflichtet, die Vermittlungsarbeit an diesen Stätten gezielt zu stärken – insbesondere in Halberstadt, Gröbzig und Dessau – und zugleich die landesweiten Jüdischen Kulturtage dauerhaft zu fördern.

In Gröbzig wurde ab 2022 eine neue museumspädagogische Stelle geschaffen. Parallel entstand mit Unterstützung von Landes- und Bundesmitteln eine vollständig neugestaltete Dauerausstellung, die am 25. November 2024 feierlich in Anwesenheit des Ministerpräsidenten eröffnet wurde. Sie verknüpft regionale Geschichte mit zeitgemäßen Formen der Vermittlung und setzt neue Maßstäbe in der Präsentation jüdischen Erbes. Auch das Berend Lehmann Museum in Halberstadt, Teil der Moses Mendelssohn Akademie, erhielt mit dem Kabinettsbeschluss von 2021 langfristige Unterstützung. Seit 2022 werden über eine fünfjährige Förderung vier Projektstellen, darunter eine für Museumspädagogik, finanziert. Die neue Dauerausstellung „Koscher, Klaus & Kupfer“ beleuchtet anschaulich die Geschichte der jüdischen Gemeinde Halberstadts und ihre europäische Vernetzung.

Im Moses Mendelssohn Zentrum in Dessau konnte mit Landesmitteln eine neue Ausstellung aufgebaut werden, die seit 2022 regelmäßig museumspädagogische Programme anbietet. Die Moses Mendelssohn Gesellschaft bereitet zudem das 300. Geburtsjubiläum des in Dessau geborenen Philosophen vor und lädt seit 2022 mit Vorträgen und Veranstaltungen zu einer offenen Auseinandersetzung mit seinem Erbe ein.

Ein sichtbares Zeichen jüdischen Lebens setzen auch die landesweiten Jüdischen Kulturtage. Nach ihrer Premiere 2021/22 fanden die zweiten JKT 2023 unter dem Motto „Jüdisches Sachsen-Anhalt von Alef bis Taw“ statt. Träger ist der Landesverband Jüdischer Gemeinden, der derzeit die dritte Auflage für 2026 vorbereitet. Die Kulturtage, gefördert auf Grundlage des Vertrags des Landes Sachsen-Anhalt mit der Jüdischen Gemeinschaft, schaffen vielfältige Begegnungen zwischen jüdischen und nichtjüdischen Menschen – ein wichtiger Beitrag gegen Antisemitismus, für Dialog und für das Bewusstsein eines lebendigen jüdischen Erbes in Sachsen-Anhalt.

 

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