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S.E.S.A.M. – Digitalisierte Schätze

Münzen erzählen Geschichte

Mit dem Projekt „Systematische Erfassung sachsenanhaltischer Münzen“ (S.E.S.A.M.) verfolgt das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt (LDA) ein anspruchsvolles Ziel: die umfassende Digitalisierung und wissenschaftliche Erschließung von Fundmünzen aus Museen im ganzen Land. Seit dem Projektstart im Juli 2022 werden Münzbestände aus kleinen und mittleren Museen digital erfasst, beschrieben und in einheitlichen Datenformaten gesichert – ein wichtiger Schritt, um diese kulturhistorisch bedeutsamen Objekte für Forschung und Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich
zu machen.

Münzen sind weit mehr als Zeugnisse von Handel und Macht. Sie erzählen von politischen Umbrüchen, wirtschaftlichen Entwicklungen und kulturellen Verflechtungen. Erst durch ihre flächendeckende Dokumentation lassen sich größere Zusammenhänge erkennen. Virtuell können so auch einst getrennte Münzhorte wieder zusammengeführt werden, was ein unschätzbarer Gewinn für die archäologische und historische Forschung darstellt, besonders für Epochen mit nur wenigen schriftlichen Quellen.

Es wurden bereits über 45.000 Münzen digitalisiert, rund 4.000 davon sind im Online-Portal KENOM („Kooperative Erschließung und Nutzung der Objektdaten von Münzsammlungen“) veröffentlicht und damit weltweit einsehbar. Herzstück des Projekts ist das mobile Erfassungssystem O.S.C.A.R. („Optical System for Coin Analysis and Recognition“). Es erstellt standardisierte Aufnahmen beider Münzseiten und generiert zugleich einen „digitalen Fingerabdruck“, der jede Münze eindeutig identifizierbar macht – auch bei späteren Funden oder Vergleichsstücken.

Ein interdisziplinäres Team aus neun Fachkräften arbeitet dafür in den Bereichen Digitalisierung, Fundortrecherche und numismatische Erfassung. Kooperationspartner sind das Landesmünzkabinett im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale), das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF) Magdeburg sowie der Museumsverband Sachsen-Anhalt e.V.

 

Mehr erfahren über: "Koordinierungsstelle Provinienzforschung – Forschung an der eigenen Sammlung".