Gleimhaus
Im neuen Gewand
2024 eröffnete im Halberstädter „Gleimhaus. Museum der deutschen Aufklärung“ eine neue Dauerausstellung – sie leistet eine umfassende Neupositionierung, mit der das Museum stärker die gesellschaftlichen Debatten der Gegenwart adressiert. Kulturminister Rainer Robra würdigte das Haus zur Eröffnung als „musealen Leuchtturm Sachsen-Anhalts“. Die neue Ausstellung setze frische Akzente, schärfe den Blick auf die Anfänge des Medienzeitalters und mache den dialogischen Geist der Aufklärung erfahrbar.
Die Schau verbindet historische Forschung, zeitgemäße Vermittlung und ein klares Bekenntnis zu Barrierefreiheit. Interaktive Stationen, Klanginstallationen, einfache Sprache und eine eigene Kinderebene machen zentrale Themen der Aufklärung breiter zugänglich. Mehrere über das eigene Smartphone abrufbare Audioguides flankieren den Rundgang.
Im Zentrum steht die Frage, wie Aufklärung heute weiterwirkt. Zwei eigens gestaltete Reflexionsräume greifen aktuelle gesellschaftliche Aushandlungsprozesse auf und laden Besucherinnen und Besucher ein, sich einzubringen – etwa über eine Wand für persönliche Impulse. Die neue Ausrichtung ist auch Ergebnis eines intensiven Dialogs: Fokusgruppen, darunter der Blinden- und Sehbehindertenverband, berieten das Museum während der Entwicklung.
Die Modernisierung löst die Präsentation von 2004 ab, die trotz punktueller Anpassungen nicht mehr alle Zielgruppen erreichte. Das Gleimhaus folgt damit seinem Anspruch, als lebendiger Ort des Denkens und als Forum für Gegenwartsfragen zu wirken.
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