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Heimatstipendium

Stipendiaten auf Spurensuche in Museen

Manchmal beginnt Neues dort, wo man längst glaubt, alles zu kennen – im Heimatmuseum, in einer alten Bibliothek, im Depot einer Gedenkstätte. Mit dem Heimatstipendium regt die Kunststiftung Sachsen-Anhalt Künstler an, auf Spurensuche zu gehen und sich mit wenig bekannten Sammlungen im Land auseinanderzusetzen.

Die Stipendiatinnen und Stipendiaten erhalten ein Jahresstipendium, das ihnen ermöglicht, an ausgewählten Orten zu forschen, zu experimentieren und die Sammlungen mit zeitgenössischen Perspektiven zu beleben. Am Ende entstehen Ausstellungen, die Geschichte und Gegenwart, Kunst und regionale Identität in einen überraschenden Dialog bringen. Viele Arbeiten bleiben dauerhaft an den Orten, für die sie geschaffen wurden, sei es als künstlerische Erweiterung der Sammlungen und als Impulse für das kulturelle Leben im ländlichen Raum.

In Sachsen-Anhalt zu einem neuartigen Instrument kultureller Erneuerung entwickelt, ist das Programm deutschlandweit einzigartig und eine Erfolgsgeschichte. Es fördert kreative Prozesse, macht lokale Sammlungen überregional sichtbar und eröffnet den Menschen vor Ort neue Zugänge zu ihrer Geschichte. Die künstlerischen Positionen spiegeln nicht nur persönliche Eindrücke wider, sondern verhandeln zentrale Fragen unserer Zeit – Zugehörigkeit, Erinnerung und gesellschaftliche Verantwortung.

Besonders eindrucksvoll zeigte sich die Wirkkraft des Programms im Sonderstipendium „Eine Prägung für Müntzer“, das 2024/25 im Rahmen der Landesausstellung Gerechtigkeyt 1525 realisiert wurde. Anlässlich des 500. Jahrestages des Bauernkriegs und desTodes von Thomas Müntzer setzten sich die Künstlerinnen Katrin Pannicke und Georg Mann in der Alten Münze in Stolberg mit Müntzers Erbe auseinander. Ihre Arbeiten verbanden lokale Geschichte mit zeitgenössischer Reflexion und schufen einen sensiblen Dialog über Gerechtigkeit, Glaube und gesellschaftlichen Wandel. Dieses Sonderstipendium machte deutlich, wie stark Kunst zur historischen Verständigung und kulturellen Teilhabe beitragen kann.

Nach zwei erfolgreich abgeschlossenen Runden startet 2026 die dritte Auflage des Heimatstipendiums.

 

Mehr erfahren über: "Kulturelle Bildung – Kreativität als Zukunftskompetenz".