Theater- und Orchesterverträge
Die Theater- und Orchesterverträge haben sich in den vergangenen Jahren als wirksames Instrument zur Stabilisierung der Häuser erwiesen. Sie stärken die politische Unterstützung in den Kommunen und boten insbesondere während der Pandemie Trägern wie Beschäftigten verlässliche Arbeitsbedingungen. Künstlerisch haben sich die Einrichtungen spürbar weiterentwickelt, wie die bundesweite Auszeichnung an Magdeburg als „Theater des Jahres 2025“ belegt. Vielerorts liegen die Besucherzahlen inzwischen wieder auf oder über dem Vorkrisenniveau. Während der Verhandlungen zu den Verträgen 2024 bis 2028 standen die neun Häuser vor erheblichen Herausforderungen: steigende Sachkosten, veränderte Publikumsgewohnheiten und vor allem deutliche Tarifsteigerungen. Die Verträge sollten unter klar definierten Kriterien fortgeführt werden und gleichsam die drängendsten Probleme der Häuser berücksichtigen.
Zunächst wurde die Grundfinanzierung für das Jahr 2024 einmalig angehoben. Damit sollte ein Landesanteil von mindestens 30 Prozent erreicht werden, gedeckelt bei 50 Prozent. Die Erhöhung diente vor allem dazu, die akute Preissteigerungen abzufedern. Zudem werden die Fördermittel von Land und Trägern dynamisiert: jeweils drei Prozent pro Jahr von 2024 bis 2026 sowie zwei Prozent in den Jahren 2027 und 2028. Diese Anpassung unterstützt die Rückkehr zum Flächentarif – etwa in Schönebeck und Wernigerode – und sichert zugleich eine stabile, tarifgerechte Vergütung.
Inhaltlich öffnen sich die Verträge stärker in Richtung Wissenschaft und Ausbildung. Neue Kooperationen mit Hochschulen und vergleichbaren Einrichtungen sollen die Angebote für Studierende attraktiver machen und zusätzliche Impulse in die Spielpläne bringen.
Insgesamt stellt Sachsen-Anhalt im Zeitraum 2024 bis 2028 rund 276 Millionen Euro für die Theater und Orchester bereit. Die neuen Verträge schaffen Planungssicherheit und ermöglichen es den Ensembles, ihre künstlerischen Potenziale weiterzuentwickeln und ein vielfältiges, qualitätsvolles Programm für das Publikum im Land bereitzuhalten.
Mehr erfahren über: "Stefan Neugebauer, Intendant des Theaters Naumburg".

