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Immaterielles Kulturerbe in Sachsen-Anhalt

Das Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes ist in Deutschland seit 2013 in Kraft. Die Deutsche UNESCO-Kommission erstellt und pflegt im Zusammenspiel mit verschiedenen staatlichen Akteuren das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes. Das Verzeichnis zeigt exemplarisch, welche lebendigen kulturellen Traditionen und Ausdrucksformen in Deutschland praktiziert und weitergeben werden. Neben länderübergreifenden Kulturformen, wie das handwerkliche Bierbrauen oder die Falknerei, sind auch regionalspezifische Traditionen, wie das Finkenmanöver im Harz, auf der Liste eingetragen.

Als Immaterielles Kulturerbe können lebendige Traditionen aus den Bereichen Tanz, Theater, Musik, mündliche Überlieferungen, Naturwissen und Handwerkstechniken anerkannt werden.

Beiträge aus Sachsen-Anhalts

Derzeit sind 113 Kulturformen und 13 Modellprogramme zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes in das Bundesweite Verzeichnis eingetragen (Stand April 2021). Aus Sachsen-Anhalt wurden bisher auf die Bundesliste aufgenommen:

Darüber hinaus werden vielfältige Kulturformen, wie das Brotbacken oder die Orgeltradition, die in das Bundesweite Verzeichnis eingetragen sind, in mehreren Ländern – manchmal in ganz Deutschland und darüber hinaus – aktiv gepflegt.

Aufnahmeverfahren

Eine Eintragung in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes ist eine öffentliche Anerkennung der kulturellen Ausdrucksform und ihrer Trägergruppen. Das Verzeichnis soll weiter wachsen und gepflegt werden. Daher findet alle zwei Jahre eine Bewerbungsrunde statt, in der weitere Kulturformen geprüft und ausgewählt werden. Jedes Bundesland trifft eine Vorauswahl und leitet diese an die Kultusministerkonferenz weiter.

Die Erstellung des Bundesweiten Verzeichnisses des Immateriellen Kulturerbes ist mit einem mehrstufigen Verfahren verbunden, an dem die Länder und die Kultusministerkonferenz, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, das Auswärtige Amt und die Deutsche UNESCO-Kommission beteiligt sind.

In Sachsen-Anhalt können Gruppen, Vereine und Einzelpersonen alle zwei Jahre bei der Staatskanzlei und Ministerium für Kultur ihre Bewerbungen um Aufnahme in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes einreichen. Die eingereichten Bewerbungen werden anschließend von einer Expertenkommission aus Sachsen-Anhalt fachlich begutachtet. Fachlicher Ansprechpartner zum Thema Immaterielles Kulturerbe ist der Landesheimatbund Sachsen-Anhalt e.V. Dieser berät auch zum Auswahlverfahren. Zu einer frühzeitigen Inanspruchnahme der Beratungsangebote wird potentiellen Bewerbern ausdrücklich geraten.

Landesheimatbund Sachsen-Anhalt

Magdeburger Straße 21
06112 Halle (Saale)
www.lhbsa.de

Tel.: +49 (0) 0345/2 92 86 10
E-Mail: info(at)lhbsa.de