Traditions- und Heimatpflege in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt sind vielfältige kulturelle Traditionen lebendig. Das Spektrum reicht von der Pflege des Niederdeutschen, der Lokal-, Regional- und Landesgeschichte, der urbanen Alltagskultur über ländliche Bräuche und Feste bis hin zum Kulturerbe der Hochkultur, das oftmals mit dem Gedenken an herausragende Künstler, Philosophen, Musiker, Schriftsteller und Gelehrte verbunden ist. In den Orten dieser Regionen sind zahlreiche Vereine tätig (ca. 2000), die sich in der Heimat- und Traditionspflege engagieren und damit entscheidend zur Bewahrung der lokalen und regionalen Identität beitragen. Wichtige Impulse zur Traditions- und Heimatpflege gehen vom Landesheimatbundes Sachsen-Anhalt e.V. aus. Heimatmuseen und Heimatstuben sowie örtliche kulturelle Zentren bilden in der Regel die räumlichen Kristallisationspunkte der Traditions- Heimatpflege in den einzelnen Ortschaften.

Ankerpunkte der Traditions- und Heimatpflege in Sachsen-Anhalt

Traditionen sind die schriftlichen und mündlichen Überlieferungen, die die Kultur eines Ortes, einer Landschaft bzw. Region prägen und unverwechselbar erscheinen lassen.
Zur Traditions- und Heimatpflege gehört die Erschließung der jeweiligen Orts- und Regionalgeschichte, der landschaftlichen Bezüge, der wirtschafts- und sozialhistorischen Lebensbedingungen sowie der Veränderungen in der Lebensweise der Bevölkerung.
Es geht z.B. um die Aufzeichnung und Erforschung von regionalen Bräuchen, um die Pflege regionaler Sprachformen (wie z.B. des Niederdeutschen) sowie um eine kulturelle Praxis, die regionale Identität stiftet.

Die Förderung der Traditions- und Heimatpflege ist in Sachsen-Anhalt auf ein breites Spektrum gerichtet. Folgende Bereiche finden dabei besondere Beachtung:

  • Lokal-, Regional- und Landesgeschichte
  • Lokale und regionale Denkmalpflege
  • Mundartenpflege
  • historische und gegenwärtige Alltagskunde
  • Natur- und Umwelterhaltung sowie Erhaltung des ländlichen Raumes
  • Pflege des jüdischen Kulturerbes in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt existieren mehrere Regionen, deren Einteilung nach unterschiedlichen Kriterien (wie z.B. aus historischer, sprachlicher, naturräumlicher Sicht) erfolgen kann. Solche Regionen sind z.B.:

  • Altmark (östliche und westliche)
  • Börde
  • Harz
  • Mansfelder Land
  • Südfläming
  • Anhalt
  • Industrieregion Halle-Merseburg
  • Dübener Heide
  • Saale-Unstrut-Region
  • Kyffhäuser / Goldene Aue.

In den Orten dieser Regionen sind ca. 2000 Vereine tätig, die sich in der Heimat- und Traditionspflege engagieren und damit entscheidend zur Bewahrung der lokalen und regionalen Identität beitragen.
Dabei ist auch die Anerkennung und Unterstützung der ehrenamtlichen Bemühungen von hoher Bedeutung.

Wichtige Impulse zur Traditions- und Heimatpflege gehen vom Landesheimatbundes Sachsen-Anhalt e.V. aus. Heimatmuseen und Heimatstuben sowie örtliche kulturelle Zentren bilden in der Regel die räumlichen Kristallisationspunkte der Traditions- Heimatpflege in den einzelnen Ortschaften.

Bei der Niederdeutschpflege ist Sachsen-Anhalt internationale Verpflichtungen im Rahmen der "Europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprache" eingegangen.

Ein nach außen hin besonders wirksamer Bereich der Traditionspflege ist die Gestaltung von bestimmten Jahresfesten, wie z.B. die auch in Sachsen-Anhalt weit verbreiteten öffentlichen Lichter- und Feuerbräuche zu Ostern, Walpurgis, Pfingsten, Johannis, Martini, usw.
Besondere Feste, wie z.B. Lichtmeß in Spergau und Glinde, Walpurgis in vielen Harzorten, Questenfest in Questenberg, Pferdemärkte in der Altmark, Räuber- und Reiterfeste in Anhalt, Weinfeste in der Saale-Unstrut-Region u.a., ziehen alljährlich zahlreiche Besucher an.

Immaterielles Kulturerbe

Die Bundesrepublik Deutschland hat sich 2013 dem „Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes“ angeschlossen. Dieses Verzeichnis wurde geschaffen, um regionalen Bräuchen oder regional, kulturellen Ausdrucksformen eine besondere Wertschätzung zu verleihen. Einige dieser deutschlandweit anerkannten Formen des immateriellen Kulturerbes werden auch in Sachsen-Anhalt gepflegt, darunter Flößerei, Köhlerei und das Märchenerzählen.

Sachsen-Anhalt selbst kann seit 2016 drei eigene Einträge in diese Liste sein Eigen nennen. Im Jahr 2014 wurden das Finkenmanöver im Harz sowie die Salzwirkerbrüderschaft im Thale zu Halle – auch als die „Halloren“ bekannt – in diese Liste aufgenommen. Seit 2016 ist auch die Schachtradition in Ströbeck als immaterielles Kulturerbe anerkannt.

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