Himmelswege – Eine archäologische Tourismusroute in Sachsen-Anhalt

Seit Jahrtausenden faszinieren der Himmel und die Gestirne die Menschen. Getrieben vom Wunsch die Geheimnisse des Lebens zu ergründen, wurden bereits in der Frühzeit weltweit Stätten errichtet, mit denen sich der Weg der Sterne beobachten ließ. Die Lage im Herzen Europas und die günstigen natürlichen Entwicklungen machten in der Region des heutigen Sachsen-Anhalt außergewöhnliche Entdeckungen möglich. Die Tourismusroute „Himmelswege“ lädt zu einer faszinierenden Reise in die Welt der Archäologie und Astronomie ein und gibt Auskunft über die Geschichte einer Region, die einmal zu den wichtigsten Zentren Europas zählte.

Zu den Stationen der Himmelsege zählen das Landesmuseum für Vorgeschichte Halle, die Arche Nebra mit der Himmelsscheibe, das Sonnenobservatorium Goseck, die Dolmengöttin Langeneichstädt sowie das Ringheiligtum Pömmelte.  

Landesmuseum für Vor- und Frühgeschichte

Das bild zeigt die Himmelsscheibe von Nebra
Himmelsscheibe von Nebra

Ein Aushängeschild des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie bildet das Landesmuseum für Vor- und Frühgeschichte in Halle (Saale). Es zählt zu den wichtigsten archäologischen Museen in Mitteleuropa. Die ur- und frühgeschichtlichen Bestände des Museums zählen zu den ältesten, umfangreichsten und bedeutendsten in Deutschland und dokumentieren die Hinterlassenschaften des Menschen in der Region von seinen Anfängen bis heute.

Das wohl berühmteste Objekt ist die Himmelsscheibe von Nebra. Sie zeigt die weltweit älteste konkrete Darstellung astronomischer Phänomene. Damit erlaubt sie einen Einblick in das astronomische Wissen und den Weltenlauf vor 3600 Jahren. Seit 2013 ist die Himmelsscheibe von Nebra in das UNESCO-Dokumentenerbe „Memory of the World“ eingetragen.

Nahe des Fundortes der Scheibe wurde die Arche Nebra errichtet. Das Besucherzentrum in Form eines goldenen Sonnenschiffs, räsentiert die spannende Geschichte der berühmten Bronzescheibe. Herzstück der Arche Nebra ist das Plane­tarium, das den Besucherinnen und Besuchern das komplexe astronomische Wissen, das auf der Himmelsscheibe verschlüsselt ist, begreif­bar macht.

Sonnenobservatorium Goseck und die Dolmengöttin von Langeneichstädt

Das Sonnenobservatorium Goseck gilt mit seinen rund 7.000 Jahren als einer der frühsten archäologischen Belege für die systematische Erforschung des Himmels. Die Kreisgrabenanlage wurde 1991 bei Luftaufnahmen entdecket und seitdem vollständig ausgegraben und rekonstruiert. Seit 2005 haben Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, sich hier auf eine Reise in die jungsteinzeitliche Vergangenheit zu begeben.

Einige Kilometer weiter nördlich liegt der Ort Langeneichstädt. Dort wurde 1987 bei Feldarbeiten ein Steinkammergrab aus dem Mittelneolithikum entdeckt. In der Grabkammer verbaut war eine Menhirstatue, die circa in der Zeit 3.600 – 2.700 vor Christi entstanden ist. Seit dem Fund ist die Statue auch als Dolmengöttin bekannt.

Ringheiligtum Pömmelte

Das Bild zeigt das Ringheiligtum Pömmelte
Das Ringheiligtum Pömmelte bei Schönebeck

Das Ringheiligtum Pömmelte ist die nördlichste Station der touristischen Route „Himmelswege“. Seit Mai 2018 führt das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt erneut archäologische Untersuchungen im Umfeld des Ringheiligtums durch.

Das mehr als 4.000 Jahre alte Monument aus der ausgehenden Jungsteinzeit und beginnenden Frühbronzezeit wurde vollständig ausgegraben und umfassend wissenschaftlich untersucht. Dabei handelt es sich um die einzige sogenannte Kreisgrabenanlage auf dem europäischen Kontinent, die eine ähnliche Komplexität wie das englische Stonehenge aufweist.

Aufgrund seiner außergewöhnlichen kulturhistorischen Bedeutung wurde das Ringheiligtum von Pömmelte in den vergangenen Jahren an seinem originalen Standort wieder errichtet. Pömmelte wird auch das „Stonehenge von Sachsen-Anhalt“ genannt.

Broschüre Himmelswege

Cover der Broschüre Die Himmelswege

Blättern Sie durch die Broschüre "Die Himmelswege - Sternstunden der Jahrtausende".

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