Kunststiftung Sachsen-Anhalt schreibt Winckelmann-Stipendium aus

Winckelmannbüste

Die Kunststiftung Sachsen-Anhalt schreibt ein sechsmonatiges Arbeitsstipendium für Künstlerinnen und Künstler aller Genres aus, die sich mit dem Werk von Johann Joachim Winckelmann, seiner Sicht auf die Antike sowie mit der antiken Kunst selbst beschäftigen möchten. Das Stipendium wird für den Zeitraum von August 2018 bis Januar 2019 vergeben und beinhaltet neben den Aufenthaltsmöglichkeiten am Archäologischen Museum der Martin-Luther-Universität in Halle, in der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz und im Winckelmann-Museum in Stendal, einen zweimonatigen Aufenthalt in der Villa Romana in Florenz. Die Höhe des Stipendiums beläuft sich auf monatlich 1.500 Euro. Die Reise-, Auslandskrankenversicherungs- und Unterbringungskosten für den Aufenthalt in Florenz übernimmt die Kunststiftung ebenfalls. Bewerbungen können bis zum 4. April 2018 (es gilt der Poststempel) in der Landeskunststiftung, Neuwerk 11 in 06108 Halle (Saale) eingereicht werden.

Sachsen-Anhalt als Ausgangspunkt moderner Kunst

„Der Kunststiftung Sachsen-Anhalt ist mit dem Winckelmann-Stipendium der Brückenschlag gelungen, das künstlerische Schaffen im Land mit der europäischen Strahlkraft Winckelmanns zu verknüpfen. Damit stärken wir unser Ziel, Sachsen-Anhalt als Land mit herausragender Kulturgeschichte und Ausgangspunkt moderner Kunst gleichermaßen wahrzunehmen“, so Staats- und Kulturminister Rainer Robra. „Auf die Arbeitsergebnisse des Stipendiums und die anschließenden Präsentationen in Sachsen-Anhalt und Florenz sind wir sehr gespannt.“

Winckelmann gilt als bedeutender Intellektueller der europäischen Aufklärung und Begründer der modernen Archäologie und Kunstgeschichte. Er war der Erste, der die Antike aus einer rein ästhetischen statt antiquarischen Perspektive betrachtete. Seine Kunstformel der „edlen Einfalt und stillen Größe“ beeinflusste den europäischen Klassizismus maßgeblich. So geht die Ausstattung des Wörlitzer Schlosses im Gartenreich Dessau-Wörlitz auf Winckelmanns Einfluss zurück, der engen Kontakt zum Fürsten Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau und dessen Architekten Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorf unterhielt. „Unsere Mitwirkung an diesem Stipendium stellt für die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz eine besondere Fortführung der Winckelmann-Ehrung dar, die wir im vergangenen Jahr mit unserer Ausstellung Revolution des Geschmacks. Winckelmann, Fürst Franz von Anhalt-Dessau und das Schloss zu Wörlitz begonnen haben“, betont Brigitte Mang, Vorstand und Direktorin der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz.

Ausstellungen zu den Winckelmann-Jubiläen

"Edle Einfalt und stille Größe"
"Edle Einfalt und stille Größe"

Ein weiterer Kooperationspartner ist das heutige Archäologische Museum der Martin-Luther-Universität in Halle, das als Ort der Vermittlung der materiellen Kultur der Antike dient. Kunst und Kultur wird hier anschaulich gemacht, wobei die vielfältigen antiken Objektgruppen geradezu Formen der Auseinandersetzung herausfordern. „Die Ausstellungen zu den Winckelmann-Jubiläen zeigen, dass viele der alten Ideale noch nicht vergangen sind. Die künstlerische Auseinandersetzung mit ihnen ist noch fruchtbar und Anregungen finden die Stipendiaten bei uns im Archäologischen Museum sowohl in den antiken Originalsammlungen als auch in der Abgusssammlung nach Werken griechischer und römischer Skulpturen“, so Prof. Dr. habil. Stefan Lehmann, Leiter des Archäologischen Museums der Martin Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Mit dem Winckelmann Museum in Stendal besitzt Sachsen-Anhalt das einzige Museum, welches Johann Joachim Winckelmann gewidmet ist und welches an der Stelle seines Geburtshauses errichtet wurde.

Durch eine Kooperation mit der Villa Romana in Florenz besteht zudem die Möglichkeit, die unglaublich reichen und vielfältigen Sammlungen antiker Kunstwerke in den Uffizien und im Museo archeologico nazionale di Firenze sowie Originalschöpfungen der Renaissance zu erkunden. Florenz gilt neben Rom als der Sehnsuchtsort eines jeden Künstlers. Zweifellos handelt es sich um einen idealen Ort für künstlerische Inspiration und fruchtbare Auseinandersetzung mit Johann Joachim Winckelmann.

Um den künstlerischen Einfluss Winckelmanns zu verdeutlichen, eröffnet das Kunstmuseum Moritzburg in Halle am 18. März 2018 die Sonderausstellung „ideale. moderne kunst seit winckelmanns antike“. Am Mittwoch, 21.März 2018, 15.30 Uhr, lädt die Kunststiftung alle interessierten Künstlerinnen und Künstler herzlich zu einer Führung durch die Ausstellung mit Prof. Dr. Stefan Lehmann, Prof. Dr. Olaf Peters und Dr. Elisa Tamaschke in das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) ein. Zur Begrüßung spricht Rainer Robra, Vorsitzender des Stiftungsrates der Kunststiftung sowie Staats- und Kulturminister des Landes Sachsen-Anhalt. Um Anmeldung wird bis 12. März 2018 unter oeffentlichkeitsarbeit(at)kunststiftung-sachsen-anhalt.de gebeten.