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Glaskunstwettbewerb „Weltkulturerbe trifft auf Immaterielles Kulturerbe“ entschieden

Der Glaskunstwettbewerb „Weltkulturerbe trifft auf Immaterielles Kulturerbe“ist entschieden. Die Künstlerin Aneta Koutná hat mit ihrem Werk "Outline" den mit 5.000 Euro dotierten 1. Preis gewonnen.

Der Wettbewerb war von der Staatskanzlei und Ministerium für Kultur in Kooperation mit der Kunststiftung Sachsen-Anhalt initiiert worden. Fünf Künstlerinnen und Künstler, von denen bisher nur zwei mit dem Material Glas vertraut waren, hatten sich von der Idee des Welterbes inspirieren lassen und unter der Anleitung des weltweit renommierten Glasmachers Peter Kuchinke in der Glasmanufaktur Harzkristall Derenburg eigene Objekte entworfen und umgesetzt: Aneta Koutná, Johannes Nagel, Sebastian Richter, Judith Runge und Julia Schleicher. Entstanden sind hochwertige, interessante und nutzbare Alltagsobjekte. Die Schalen von Aneta Koutná sollen zukünftig in den Museumsshops vermarktet werden.

Kulturstaatssekretär Dr. Gunnar Schellenberger: "Ich freue mich, dass der Wettbewerb nach pandemiebedingten Verzögerungen nun zu einem so schönen Ende gebracht werden konnte. Sachsen-Anhalt ist sich seiner kulturellen Traditionen und Vielfalt bewusst – angefangen bei den Weltkulturerbestätten bis hin zur äußerst vielfältigen Kunstszene im Land. Beides miteinander zu verbinden, ist uns allen gelungen: den Künstlerinnen und Künstlern mit ihren Arbeiten, der Kunststiftung und dem Land mit ihrer umfangreichen Unterstützung. Neben der Würdigung der beeindruckenden Glaswerke zeigen wir mit der Preisvergabe auch, dass das Land selbst in schwierigen Zeiten wie diesen die Kultur wertschätzt und keinesfalls aus den Augen verliert.“

Ihre Entscheidung begründet die Jury so: "Die Schalen ,Outline' von Aneta Koutná, inspiriert durch die Seenlandschaft Sachsen-Anhalts, die vielerorts durch geflutete Tagebaue entstand, stellen sowohl einen Gebrauchsgegenstand als auch ein Kunstwerk dar – eine gelungene Kombination. Das Thema des Wettbewerbs erarbeitete sie mit einem ungewöhnlichen und aktuellen Ansatz: Für sie ist ebenso wie die manuelle Glasfertigung, die seit 2015 immaterielles Kulturerbe ist, auch die erfolgreiche Renaturierung aufgegebener Tagebauten ein Symbol modernen Denkens im Umgang mit Altbewährtem geworden. Das zukunftsgerichtete Denken spiegelt sich bei ihr in einer zeitgemäßen Form wider, die mit hoher Sensibilität für Material und Farbe erschaffen wurde. Die Schalen haben durch die breite Materialstärke eine hohe physische Präsenz, die einen ansprechenden Objektcharakter vermittelt. Das Thema ,Glas' an sich ist selbst in der Gestaltung des Objekts präsent durch die organische, amorphe Form – diese ,erzählt' von der heißen zähen Masse. Verschiedene Blickwinkel auf die Schalen, die sich durch ein Spiel von Transparenz und Opazität auszeichnen, lassen einen diese immer wieder neu entdecken. Sie sind vielschichtig im wahrsten Sinne des Wortes und eine gelungene Gegenwartsinterpretation des Welterbegedankens."

Die entstandenen Glasobjekte werden in Ausstellungen in Halle, Derenburg und Berlin der Öffentlichkeit gezeigt.